GEOMETRIÆ
A study in geometry and light
Projekt von Front
Während der Milan Design Week 2026 nimmt GEOMETRIÆ, ein Projekt der schwedischen Designerinnen Anna Lindgren und Sofia Lagerkvist von Front, in den Räumen der Colombo’s Gallery in der Via Solferino 44 in Mailand Gestalt an. Es durchquert ein subtiles Gebiet, in dem Geometrie, Bild und Wahrnehmung aufeinandertreffen.
Geometrie ist im Kern Maß und Stabilität. Kugeln, Zylinder, Primärvolumina: universelle Formen, sofort erkennbar. Doch gerade aus dieser scheinbaren Gewissheit beginnt das Projekt, das Präzision in Mehrdeutigkeit und Form in Erfahrung verwandelt.
In GEOMETRIÆ wird jedes Element als Zeichnung geboren. Licht und Schatten beschreiben das Volumen nicht, sie konstruieren es. Die Geste ist bildlich, die Logik ist die der Darstellung. In diesem Stadium existiert das Objekt immer noch als Bild, schwebend zwischen Absicht und Möglichkeit.
Der Übergang zur Materie ist nie endgültig. Oberflächen werden zu Jacquardstoffen, Bilder dehnen sich aus und verwandeln sich in dreidimensionale Elemente. Aber was wir sehen, stimmt nie ganz mit dem überein, was es ist. Schatten werden nicht durch echtes Licht erzeugt: Sie sind bereits in die Oberfläche eingeschrieben, ein integraler Bestandteil der Form.
Es entsteht eine stille Spannung zwischen Präsenz und Repräsentation. Was als Volumen erscheint, ist gleichzeitig Bild. Was stabil erscheint, erweist sich als instabil.
Innerhalb der Ausstellung wird der Raum durch visuelle Schichtungen konstruiert: Objekte stehen im Dialog mit Oberflächen, Oberflächen mit Licht, Licht mit dem Blick des Betrachters. Erfahrung ist nicht linear, sondern wahrnehmungsbezogen. Es lädt uns ein, langsamer zu werden, innezuhalten und zu hinterfragen, was offensichtlich erscheint.
Der Blick des Fotografen Massimo Gardone fügt sich in diesen Prozess ein und begleitet und eröffnet die Erzählung neu. Fotografie dokumentiert nicht, sondern transformiert: Sie subtrahiert Gewicht vom Volumen, verändert die Beziehung zwischen Licht und Schatten und bringt das Objekt zurück in eine Zeichendimension. Ein weiterer Schritt, in dem das Gebaute wieder zu einem Bild wird.
“Portait einer Idee” – Massimo Gardone
GEOMETRIÆ ist somit als offenes System konfiguriert, das sich kontinuierlich zwischen Zeichnung, Objekt und Darstellung bewegt. Ein Projekt, das nicht nach endgültigen Antworten sucht, sondern Möglichkeiten eröffnet.
Während der Milan Design Week wird die Colombo’s Gallery zu einem Beobachtungsraum. Ein Ort, an dem sich die Geometrie von ihrer beschreibenden Funktion entfernt und zu einer visuellen und mentalen Erfahrung wird.